WeTube

Denen zeigen wir’s!


Projektart: Angewandte Lehr-/Lernforschung (Entwicklung von Methoden und Materialien für die Unterrichtspraxis)

Projektleitung: Iwan Pasuchin

Kooperierende Institutionen: Universität Mozarteum Salzburg / MediaLab | Neue Mittelschule Salzburg-Lehen

Laufzeit: 2008-2014

Weiterführende Informationen: Projektdarstellung auf der Webseite von Iwan Pasuchin

Kurzbeschreibung

WeTube ist ein Projekt angewandter Lehr-/Lernforschung und bildet eine Weiterentwicklung des IKB-Vorhabens (siehe unten). Es basiert auf einer Methode kreativ-partizipativer Medienbildung, bei der das Primat der Inhalte vor der Technik sowie eine konsequente Projektorientierung im Vordergrund stehen: Ausgehend von thematischen, formalen sowie ästhetischen Ideen der Kinder und Jugendlichen wird gemeinsam mit ihnen nach technischen Realisierungsmöglichkeiten gesucht. Für die so entstehenden audiovisuellen Produktionen stellen die Projektbeteiligten das zu bearbeitende Bild- und Klangmaterial selbst her, wobei sie zumeist als HauptdarstellerInnen fungieren. Somit erfahren Heranwachsende Medien als Werkzeuge des Ausdrucks eigener Meinungen, Vorstellungen und Identitäten, was ihre Kompetenzen zur aktiven Medienpartizipation fördert.

 

Die WeTube-Initiative startete mit einem von Iwan Pasuchin im Februar 2008 durchgeführten Workshop an der Neuen Mittelschule Lehen, dessen Ergebnisse den Hauptpreis beim media literacy award des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur in der Kategorie Medienbildung erhielten. Daraufhin wurde der Initiator eingeladen, ähnliche Unterrichtsprojekte an verschiedensten Schulen in ganz Österreich durchzuführen (insgesamt ca. 25 Schulworkshops im Zeitraum 2009-2013), im Rahmen derer er die Methoden und die Unterrichtsmaterialien ständig weiterentwickelte. Parallel dazu arbeitete er den Lehrplan für das Fach "Kreative Mediengestaltung" an der Neuen Mittelschule Salzburg-Lehen aus, in dem er seit dem Schuljahr 2011/12 selbst unterrichtet. Weitere Impulse für die Weiterentwicklung des Konzeptes brachten die von ihm durchgeführten Ausbildungsmaßnahmen (Universität Mozarteum Salzburg und Pädagogische Hochschule Salzburg) sowie Fortbildungen (u.a. Pädagogische Hochschulen Wien, Steiermark und Salzburg sowie Donauuniversität Krems) in diesem Bereich.

Publikationen (Auswahl)

  • Pasuchin, I. (2016). „Diplomatenkinder sind doch keine Ausländer!“ Grenzen des Klassenkampfes vom Klassenzimmer aus am Beispiel des medienpädagogischen Projektes Lehen Style. In S. Kronberger, C. Kühberger, M. Oberlechner (Hrsg.), Diversitätskategorien in der Lehramtsausbildung (S. 136-143). Innsbruck: Studienverlag. > PDF-Download (xxx MB)
  • Pasuchin, I. (2012). Demokratie und (Medien-)Bildung. Reform der Schule im Allgemeinen und des medienbezogenen Unterrichts im Besonderen als vordringliche demokratiepolitische Aufgabe. medienimpulse 3/2012, online unter http://www.medienimpulse.at/articles/view/450
  • Pasuchin, I. (2009). Web 2.0 als Brückenschlag zwischen der Pädagogik der Medien und der Künste in der Praxis kreativer Medienarbeit mit bildungsbenachteiligten Jugendlichen. In C-P. Buschkühle, J. Kettel & M. Urlaß (Hrsg.), Horizonte. Internationale Kunstpädagogik (S. 421-438). Oberhausen: Athena-Verlag. > PDF-Download (4,7 MB)
  • Pasuchin, I. & Wijnen, Ch. W. (2008). 'WeTube. Denen zeigen wir’s!' Kreative Web 2.0-Arbeit in der Hauptschule. merz | medien + erziehung, 08-5, 27-34. > PDF-Download (2,4 MB)

Projektbeispiele

Zum Ansehen der Videos Vorschaubild anklicken. Zum Vergrößern (danach) die äußerst linke Schaltfläche "Vollbild“ anwählen


Zahlreiche weitere Beispiele siehe YouTube-Kanal "tubethewetube"

Preise und Begründungen

Auszüge aus Begründungen der Juryentscheidungen bei den Wettbewerben, bei denen einzelne Produkte der WeTube-Initiative bisher ausgezeichnet wurden:

  • media literacy award 2008 für "Lasse-Tribute": "Durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Alltagswelt wird eine Stärkung des Selbstbewusstseins von Jugendlichen ermöglicht. Reflexive Kompetenzen, Gestaltungskompetenzen und technische Kompetenzen werden dabei weitgehend gefördert. Kurz: Ein gelungener zeitgemäßer pädagogischer Ansatz."
  • Ars Electronica – U19 Wettbewerb 2009 (erreichen der Finalrunde) – "Library Girls & Boys“: „Großartiges Projekt, eine super Idee und eine gelungene Umsetzung. Schnitt und Synchronisation von Ton und Bild sind sehr rasant umgesetzt und machen das Video sehr mitreißend und es verbreitet positive Stimmung. "
  • ICE Medienpreis 2010 in der Kategorie Medien mit bewegtem Bild für "BEAM BAM BUM": "Ohne Worte…"
  • Erster Preis in der Junior-Kategorie des Wettbewerbs talents austria 2011: "BEAM BAM BUM ist ein Filmprojekt, bei dem man am liebsten mitmachen möchte – so spannend ist die Geschichte, die erzählt wird, der hervorragende Videoschnitt und die exakte Choreografie und Rhythmik ziehen einen direkt in das Geschehen hinein."
  • Auszeichnung als bestes Junior-Projekt bei talents austria 2012 für "Kaleidoskop der Kulturen": "Engagement und Eigeninitiative verbunden mit einer identitätsstiftenden und spielerisch umgesetzten Arbeitsaufteilung zur Stärkung einer neu entstandenen Klassengemeinschaft zeichnen dieses Projekt besonders aus."
  • Auszeichnung beim Wettbewerb Projekt Europa 2013 für "Bio Mio Wasser": "Besonders hervorgehoben werden darf die vorbildliche Partizipation der SchülerInnen der NMS Schlossstraße, Salzburg, das Thema und die Ausführung betreffend, was auch auf nachhaltige Wirkung hoffen lässt."

Gefördert von



Intermediale Künstlerische Bildung (IKB)


Projektart: Angewandte Lehr-/Lernforschung (Curriculums-Entwicklung und Erstellung einer webbaiserten Lernplattform)

Projektleitung: Iwan Pasuchin

Kooperierende Institutionen: Universität Mozarteum Salzburg / MediaLab | Forschungsgesellschaft Salzburg Research

Laufzeit: Sept. 2004 bis April 2006 + Symposium im Juni 2006

Weiterführende Informationen: Projektwebseite www.ikb.moz.ac.at

Kurzbeschreibung

Den Anstoß für das Vorhaben gaben fachdidaktische und bildungspolitische Forderungen nach einer verstärkten Vernetzung der künstlerischen Fächer unter Einbeziehung medienpädagogischer Perspektiven und die deutliche Tendenz, dass sich kunstspartenübergreifende Projektarbeit mit Einsatz neuer Medientechnologien zu einem der zentralen Betätigungsfelder von Kunst-, Musik-, Theater und MedienpädagogInnen (sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bildungsbereich) entwickeln. Dabei fehlen im deutschsprachigen Raum jedoch entsprechende Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten.

 

Die Zielsetzungen des Projektes waren:

  • Anpassung und Weiterentwicklung bestehender Ansätze kooperativer Projektarbeit und des webbasierten Lernens in Hinblick auf die spezifischen Bedürfnisse einer Bildungskonzeption, die künstlerisch-pädagogische Fachbereiche eng vernetzt und medienpädagogische Zielsetzungen integriert.
  • Ausarbeitung eines Curriculums für ein postgraduales berufsbegleitendes Masterstudium, in dem diese Ansätze in Form von blended learning (abwechselnde Präsenz- und Onlinephasen) umgesetzt werden.
  • Entwicklung eines webbasierten Knowledge Management Systems (KMS), mit dessen Hilfe interdisziplinäre Lernprozesse unterstützt und die kreative sowohl individuelle als auch kooperative Wissenskonstruktion gefördert wird.
  • Erarbeitung von Materialien für dieses KMS durch international renommierte Fachleute aus allen beteiligten Fachbereichen und durch im Projekt betreute Studierende.

Alle genannten Zielsetzungen konnten erreicht werden (siehe auch ausführliche Darstellung auf der Projektwebseite) und das Vorhaben stieß auf großes internationales Echo (siehe u.a. Ausführungen zum IKB-Symposium unten). Jedoch war es wegen strukturellen Problemen nicht möglich, den entwickelten (und von den Gremien bewilligten) Universitätslehrgang durchzuführen. Die Arbeit wurde aber von den Projektmitwirkenden in anderen Kontexten fortgesetzt (siehe u.a. WeTube-Vorhaben).

Evaluationen zum IKB-Forschungsprojekt

  • Aus der Evaluation des Gesamtprojekts durch Prof. Dr. Stefan Sonvilla-Weiss (University of Art and Design in Helsinki): Das IKB-Forschungsprojekt stellt "eine Novität in der inhaltlichen Konzeption und Durchführung eines interdisziplinären MA-Studienganges dar. (...) Das inhaltliche, technische und soziale Potential, welches im interdisziplinären Spannungsfeld Medien - Kunst - Bildung enthalten ist, wird durch dieses Projekt in hervorragender Weise umgesetzt."
  • Aus der Evaluation des Konzepts und des Studienplans des Universitätslehrgangs durch Prof. Dr. Hermann Astleitner (Universität Salzburg): "Aus meiner Sicht liegt mit dem beabsichtigten Universitätslehrgang zur Intermedialen Künstlerischen Bildung ein höchst innovatives und kompetitives Lehr-Lern-System vor, das sowohl, was Ziele und Inhalte aber auch, was die didaktisch-technische Umsetzung betrifft, höchsten internationalen Ansprüchen genügt."
  • Aus der Evaluation des im IKB-Projekt entwickelten Knowledge Management Systems durch Prof. Dr. Theo Hug (Univ. Innsbruck): "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die IKB-Plattform und deren Funktionalitäten zur Beförderung von explorativem und multiperspektivischem Lernen sowie von Ko-Konstruktionsprozessen in Blended Learning Szenarien geeignet sind. (…) Insgesamt grenzt sie sich damit aus medienpädagogischer Sicht in wohltuender Weise von konventionellen Plattformen ab, die in sequentieller Weise primär auf die unkritische Rekonstruktion von deklarativem Abfragewissen ausgerichtet sind."

Symposium und Tagungsband

Am 1. Und 2. Juni 2006 wurde an der Universität Mozarteum Salzburg das internationale Symposium "Intermediale künstlerische Bildung – Kunst-, Musik- und Medienpädagogik im Dialog" durchgeführt. Das Ziel bestand in der Initiierung eines intensiven Dialogs zwischen renommierten VertreterInnen der Kunst-, Musik- und Medienpädagogik im deutschsprachigen Raum in Hinblick auf konkrete Möglichkeiten einer engen Kooperation in der Lehre, Forschung, der schulischen und außerschulischen Projektarbeit sowie in Bezug auf die Entwicklung gemeinsamer e- und blended learning Szenarien.


Das Symposium war als empirisches Forschungsprojekt angelegt: Führende ExpertInnen im deutschsprachigen Raum aus den genannten pädagogischen Fachbereichen stellten zu speziellen Unterthemen der Intermedialen künstlerischen Bildung ein Statement zu den Thesen des Initiators (Iwan Pasuchin) vor und diskutierten darüber mit einander sowie mit dem Publikum. Diese Diskussionen wurden aufgezeichnet, transkribiert und detailliert ausgewertet, um sowohl Parallelen als auch Differenzen der Standpunkte herauszuarbeiten.

 

Der Tagungsband mit der Darstellung und Zusammenfassung der Ergebnisse erschien 2007 beim kopaed-Verlag.

Publikationen (Auswahl)

  • Pasuchin, I. (2015). Gemeinsam sind wir (ausdrucks-) stark! Vom Ineinandergreifen der Theorie und Praxis der Intermedialen Künstlerischen Bildung. BÖKWE – Fachblatt des Berufsverbandes Österreichischer Kunst- und WerkerzieherInnen 4/2015 (Tagungsband zum internationalen Kongress für Kunstpädagogik 2015), 78-81. > PDF-Download (321 KB)
  • Pasuchin, I. (2007). Thesen zur „Intermedialen künstlerischen Bildung“. In I. Pasuchin (Hrsg.), Intermediale künstlerische Bildung. Kunst-, Musik und Medienpädagogik im Dialog (S. 9-14). München: kopaed-Verlag. > PDF-Download (3 MB)
  • (2006). Intermediale künstlerische Bildung - theoretische Grundlagen und praktische Umsetzungsperspektiven. Online-Zeitschrift für Medienpädagogik, online unter www.medienpaed.com/06-2/pasuchin1.pdf

Gefördert von

Der European Social Fund (ESF) ist Europas wichtigstes Instrument zur Förderung der Beschäftigung – er unterstützt die Menschen beim Zugang zu besseren Arbeitsplätzen und stellt faire Berufsaussichten für die Bürger sicher. Der ESF erreicht dies, indem er in die Menschen investiert – in Arbeitnehmer, Jugendliche und alle, die auf der Suche nach Arbeit sind.



Künstlerische Medienbildung

Ansätze zu einer Didaktik der Künste und ihrer Medien


Projektart: Theoretische Forschung (Promotionsschrift)

Autor: Iwan Pasuchin

Erscheinungsjahr -ort und Verlag: 2005 | Frankfurt am Main | Peter Lang

Laufzeit: 2002-2004

Weiterführende Informationen: Darstellung auf der Webseite des Verlags

Kurzbeschreibung

Vergleichende Analyse pädagogischer und didaktischer Ansätze aus dem Bereich der Medienpädagogik sowie Mediendidaktik auf der einen und künstlerischer pädagogischer Disziplinen auf der anderen Seite vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur Jetztzeit in Hinblick auf die (von der Nutzung ihrer Synergien ausgehenden) Chancen der (Weiter-) Entwicklung einer kreative und partizipative Kompetenzen der Lernenden fördernden Pädagogik sowie Didaktik.

Kritiken

"...eine bisher nicht geleistete Arbeit, die allerdings für die Entwicklung sowohl der pädagogischen als auch der künstlerischen Seite von großer Wichtigkeit ist. " (Univ.-Prof. Mag. Dr. Hermann Astleitner)

 

"Pasuchins Arbeit zeigt, dass es sich bei beiden Disziplinen um enge Verwandte handelt, die einander bedürfen. (...) Er zeigt eindrucksvoll Engführungen oder gar Missverständnisse auf und legt einen Grundstein für ihre Überwindung. " (Univ.-Prof. Dr. Ingrid Paus-Hasebrink)

Zusammenhängende Publikationen (Auswahl)

  • Pasuchin, I. (2009). Neue (Künstlerische) Medienbildung für ein neues Web? In P. Imort, R. Müller & H. Niesyto (Hrsg.), Medienästhetik in Bildungskontexten (S. 31-43). München: kopaed-Verlag. > PDF-Download (3,8 MB)
  • Pasuchin, I. (2009). Kunst. In B. Schorb, G. Anfang & K. Demmler (Hrsg.), Grundbegriffe Medienpädagogik – Praxis (S. 162-166). München: kopaed-Verlag. > PDF-Download (2,2 MB)
  • Pasuchin, I. (2005). Media Pedagogy and Interdisciplinary Artistic Education – Analogies and Synergy Effects. In S. Sonvilla-Weiss (Hrsg), (e)Pedagogy – Visual Knowledge Building. Rethinking Art and New Media in Education (S. 127-155). Frankfurt am Main: Peter Lang. > PDF-Download (xxx MB)