Schnittstellen

Interdisziplinäre Forschung zu Synergiepotenzialen der medienkulturellen Lebenswelten von SchülerInnen einer städtischen NMS und dem Feld der zeitgenössischen Medienkunst


Projektart: Künstlerische sowie kultur- und medienpädagogische Forschung

Projektteam: Sonja Prlić und Karl Zechenter (Künstlerische Forschung), Iwan Pasuchin (kultur- und medienpädagogische Forschung)

ProjektpartnerInnen: MediaLab der Universität Mozarteum Salzburg und KünstlerInnengruppe "gold extra"

KooperationspartnerInnen: Neue Mittelschule Salzburg-Lehen und Programmbereich "Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion" des Kooperationsschwerpunkts "Wissenschaft und Kunst" der Salzburger Universitäten Mozarteum und Paris Lodron

Board: Sebastian Linz (ARGEkultur), Manuela Naveau (Ars Electronica), Eberhard Raithelhuber (Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Salzburg), Thomas Schuster (Verein Spektrum) und Elke Zobl (Interuniversitärer Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst der Universitäten Salzburg und Mozarteum Salzburg)

Laufzeit: 1.01.2018-31.12.2021 (4 Jahre)

Kurzbeschreibung

Schnittstellen ist ein interdisziplinäres Projekt, in das Perspektiven der Künstlerischen Forschung und Medienkunst sowie der kultur- und medienpädagogischen Forschung einfließen. Im Fokus des Interesses stehen Wechselwirkungen und Synergiepotenziale der medienkulturellen Lebenswelten Jugendlicher, die eine städtische Neue Mittelschule besuchen und dem Feld der zeitgenössischen Medienkunst. Ziel der interdisziplinären Zusammenarbeit ist es, ausgehend von den Erkenntnissen, die auf Basis unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen gewonnen werden, eine multiperspektivische Sichtweise auf das Feld zu eröffnen.

 

Folgende gemeinsame Hauptforschungsfrage leitet den Prozess: Welche Erfahrungen werden gemacht und welche Entwicklungen finden in gemeinsamen Gestaltungs-, Präsentations- und Forschungsprozessen von SchülerInnen einer städtischen NMS und MedienkünstlerInnen statt?

Künstlerische Forschung (Prlić und Zechenter)

Aus der Perspektive der Künstlerischen Forschung interessiert uns, welche gemeinsamen Erfahrungen gemacht werden und welche ästhetischen Repertoires und medialen Praxen entwickelt werden, wenn Jugendliche, KünstlerInnen und Kunstinstitutionen zusammentreffen.

 

In der Künstlerischen Forschung wurde Medienkunst bislang noch wenig eingesetzt; wir halten diesen Ansatz jedoch gerade wegen der Nähe von medienkünstlerischen und jugendkulturellen Praxen für besonders ergiebig. Im Zentrum der Forschung stehen jeweils einjährige künstlerische Projekte, die die Rahmen aufspannen, in denen wir unterschiedliche Fokusse, z.B. Spiel, Ästhetik und Umgang mit Medien und Social Media, untersuchen und gemeinsam mit den ProjektteilnehmerInnen sowie auch wissenschaftlich reflektieren.

 

Einen besonderen Schwerpunkt der künstlerisch forschenden Arbeitet stellt die Auseinandersetzung mit Computerspielen und interaktiven Anwendungen dar – wie z.B. Augmented Reality-Technologien, die wir als Anknüpfungspunkt an jugendkulturelle Ausdrucksweisen verwenden.

Kultur- und medienpädagogische Forschung (Pasuchin)

Aus der kultur- und medienpädagogischen Forschungsperspektive steht die Frage im Zentrum, wie es sich auf das Interesse und das Engagement von SchülerInnen einer städtischen NMS auswirkt, wenn MedienkünstlerInnen mit ihnen Projekte gestalten, bei denen es vorrangig um das Anknüpfen an ihre medienkulturellen (Vor-)Erfahrungen geht.

 

Die Ergebnisse werden mit jenen des Vorgängerprojekts Künstlerische Erfahrung im Brennpunkt verglichen, bei dem das Team bereits im Rahmen kürzerer Workshops an der gleichen Schule zusammenarbeitete. Davon sind Erkenntnisse dazu zu erwarten, welche Modifikationen und Weiterentwicklungen auf der strukturellen, inhaltlichen und methodischen Ebene der Unterrichtsgestaltung auftreten, wenn MedienkünstlerInnen ganzjährige Schulprojekte durchführen, die explizit als Vorhaben Künstlerischer Forschung konzipiert sind.

Gefördert von

Vom Referat 2/04 für Wissenschaft, Erwachsenenbildung, Bildungsförderung werden F&E-Projekte in Bereichen der Grundlagenforschung bis hin zu anwendungsorientierten Forschungsbereichen und Projekten im Schnittstellenbereich zur wirtschaftsorientierten Forschung gefördert. Unter dem Titel „Zukunftsprojekte" werden Kostenbeiträge für Projekte in verschiedenen Bereichen der Wissenschaft, Forschung und Entwicklung neuer Technologien zur Verfügung gestellt, sowie für Vorhaben, die für die Sicherung des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Salzburg von Bedeutung sind, aber nicht unmittelbar klassischen Forschungsprojekten zugeordnet werden können.


Die Abteilung Kultur, Bildung und Wissen der Stadt Salzburg ist unter anderem mit der Vorbereitung der Fördervergabe an Institutionen, Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen aus allen Kunst- und Kultursparten sowie aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Sport befasst.



Künstlerische Erfahrung im Brennpunkt

Design-Based Research Studie zu Prozessen Kultureller Medienbildung an einer städtischen Hauptschule


Projektart: Empirische Lehr-/Lernforschung (Educational Design-Based Research)

Projektleitung: Iwan Pasuchin

Kooperierende Institutionen: MediaLab der Universität Mozarteum Salzburg | Programmbereich "Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion" des Kooperationsschwerpunkts "Wissenschaft und Kunst" der Salzburger Universitäten Mozarteum und Paris Lodron | Neue Mittelschule Salzburg-Lehen | "subnet" - Salzburger Plattform für Medienkunst und experimentelle Technologien | KünstlerInnengruppe "gold extra"

Erhebungsphase: 1.01.2015-31.12.2017 / Auswertungsphase: 1.09.2017-30.09.2019

Erhebung

In der Erhebungsphase des Projekts führten sechs MedienkünstlerInnen mit SchülerInnen der 3. und 4. Klassen (7. und 8. Schulstufe) der NMS-Lehen insgesamt zehn sich jeweils über mehrere Wochen erstreckende Workshops durch. Das den KünstlerInnen gestellte Hauptziel bestand darin, diese Projekte so zu gestalten, dass die teilnehmenden Jugendlichen sich daran möglichst durchgehend motiviert und engagiert beteiligten.

 

Für die – am Programmbereich Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion angesiedelte und von Iwan Pasuchin durchgeführte – wissenschaftliche Begleitung kam als Forschungsmethodologie (Educational) Design-Based Research zum Einsatz. Der Kreislauf mehrerer Zyklen von Entwicklung, Umsetzung, formativer Evaluation und Weiterentwicklung sollte die gegenseitige Annäherung der inhaltlichen, technischen sowie methodischen Unterrichtszugänge der WorkshopleiterInnen auf der einen Seite und der Bedürfnisse sowie Interessen der an den Projekten beteiligten Jugendlichen auf der anderen Seite ermöglichen. Zur Datenerhebung erfolgte die Nutzung mehrerer – in erster Linie qualitativer – Verfahren der Sozialforschung.

Auswertung

Die umfangreichen dabei gesammelten Daten werden seit September 2017 vom Projektleiter Dr. Iwan Pasuchin im Rahmen eines Habilitationsvorhabens ausgewertet sowie analysiert. Die Veröffentlichung der Arbeit ist Anfang 2020 geplant.

Publikationen

Gefördert von

Die Workshops der KünstlerInnen wurden von folgenden Stellen finanziert:

Im Rahmen des Programms p[ART] – Partnerschaften zwischen Schulen und Kultureinrichtungen arbeiten je eine Schule und eine Kultureinrichtung in Form einer mehrjährigen Partnerschaft kontinuierlich zusammen und finden so Zugang zur jeweils anderen Lebenswelt. Ziel ist es, langfristige und nachhaltige Partnerschaften zwischen Schulen und Kultureinrichtungen zu bilden.


Die Abteilung Kultur, Bildung und Wissen der Stadt Salzburg ist unter anderem mit der Vorbereitung der Fördervergabe an Institutionen, Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen aus allen Kunst- und Kultursparten sowie aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Sport befasst.


Die begleitende Forschung und ein Teil der Auswertung fanden im Rahmen der Anstellung des Projektleiters am Programmbereich "Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion" des Kooperationsschwerpunkts "Wissenschaft und Kunst" der Salzburger Universitäten Mozarteum und Paris Lodron statt.